Kolumnen

Pilot an Tower


Funkspruch zwischen Cockpit und Fluglotse:

Pilot: „Haben nur noch wenig Treibstoff. Erbitten dringend Anweisung.“

Tower: „Wie ist Ihre Position. Haben Sie nicht auf dem Schirm“

Pilot: „Wir stehen auf Bahn 2 und warten seit einer Ewigkeit auf den Tankwagen“.

Eine komische, aber wahre Geschichte, harmlos dazu, die sich irgendwo, aber ganz gewiss nicht - das sei hier ausdrücklich vermerkt! - auf dem Dortmunder Flughafen abspielt. Ein Missverständnis, gestörte Kommunikation, die dazu führt, dass die Maschine nicht abhebt, sondern am Boden bleibt.

Nichts geht mehr. Da hat man endlich Ferien, die schönste Zeit des Jahres, aber der „Tank“ ist leer. Alle Energien scheinen verbraucht, und so hockt man am Boden und kommt nicht hoch. Ein Bild von der Startbahn des Lebens: alles ist durchgecheckt, bereit für Veränderung, Beginn einer neuen unbeschwerten Zeit, mit Mühe freigeschaufelt und sauer verdient. Aber man hebt nicht ab. Zuviel Belastendes, was an einem zerrt. Zuviel Beschwerliches. Bedrückendes. Als habe man Blei an den Füßen. Man möchte aufbrechen, ausbrechen, alles hinter sich lassen, Abstand gewinnen. Aber die Arbeit lässt einen nicht los. Der Ärger im Büro, die Sorgen in der Familie, die ungelösten Probleme, das Hadern mit sich selbst. Die Vergangenheit lässt sich nicht einfach abschütteln und für drei Wochen vergessen. All das greift noch nach einem, wenn man bereits im Flieger sitzt und der Kalender den Urlaub diktiert.

So hockt man da und wartet, dass etwas passiert. Dass einem irgendwie Lebensenergien zugeführt werden. Gibt es da vielleicht einen Mangel an Kommunikation? Ist die Leitung gestört? Es bräuchte so einen Tower: andere, die einen auf dem „Schirm“ haben. Die aus der Distanz vielleicht eher sehen, was fehlt. Die in dem tagtäglichen Chaos die Übersicht behalten und dafür sorgen, dass wir endlich loslegen und an Fahrt gewinnen, uns aus den Verstrickungen befreien und die Leere wieder auffüllen.

Pilot an Tower: Warum sollte das nicht auch am Steuer des eigenen Lebens gehen: im Kontakt mit Gott? Den Mut und die Initiative, auf den eigenen Mangel, die eigene Leere, das eigene Unvermögen aufmerksam zu machen – und sich helfen zu lassen: damit der Vogel endlich fliegt!

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Sozialinstitut
Kommende Dortmund
 
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